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Sehr geehrter Leser,
zunächst möchten wir, die Bürgerinitiative Mobilfunk Lindlar, Ihnen kurz unsere Zielsetzung vorstellen.
Keine andere Technologie breitet sich so rasant aus wie die Kommunikationstechnologie, d.h. Mobilfunk. Funktionieren kann dieser aber nur mit entsprechenden Sendemasten, für die die Mobilfunkbetreiber (D1, Vodafone, E-Plus etc.) allerorten -so auch in Lindlar- Standorte suchen. Neben den bisherigen GMS-Masten sollen zukünftig verstärkt UMTS-Masten aufgestellt werden. In der Mobilfunkvereinbarung mit dem Land NRW haben sich die Mobilfunkbetreiber verpflichtet, bei der Standortsuche und -Auswahl die Städte und Gemeinden miteinzubeziehen. Ob und inwieweit die Bürger über die Standorte informiert/beteiligt werden, liegt in der Verantwortung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. Die Grenzwerte für die Strahlenbelastung durch die Sendemasten, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist, sind in der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BimSchV) geregelt. Sie liegen erheblich höher als z.B. in der Schweiz oder Italien. Alarmiert durch die Ergebnisse einer EU-weiten Studie ("Reflex-Studie" www.umweltinstitut.org/frames/emf/reflex.html) und vielen Stimmen aus der Fachwelt, nach denen es unter Einfluss von Magnet- oder Hochfrequenzfeldern zu Schäden an der DNS kommt und Stressproteine produziert werden, wächst in der Bevölkerung die Sorge um die eigene Gesundheit. Während sich die Studie auf die GMS-Technologie bezieht, liegen noch keine Ergebnisse bezüglich der UMTS-Technologie vor. Es gibt Stimmen, die von einem "gigantischen biologischen Feldversuch" sprechen. Neben dem Bedürfnis der Bürger eine gute Mobilfunkversorgung zu haben, gibt es vor allem den Wunsch nach einer größtmöglichen Minimierung der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung in Wohngebieten. Demgegenüber stehen die Mobilfunkbetreiber, die in der Regel zwei Hauptziele verfolgen: ein technisch funktionierendes Mobilfunknetz und kostengünstige Standorte. Ziel unserer Bürgerinitiative ist es, die Auswahl der Sendemaststandorte nicht allein den Mobilfunkbetreibern nach ihren Interessen zu überlassen. Wir forderten ein Gesamt-Konzept für Lindlar durch einen unabhängigen, vereidigten Sachverständigen. Dieses Konzept sollte dem Bedürfnis der Lindlarer nach einer möglichst niedrigen elektromagnetischen Strahlenbelastung, der Schonung und Wahrung des Ortsbildes und dem ökonomischen Interesse der Mobilfunkbetreiber an einem kosteneffizienten Netzaufbau gerecht werden. Zwischen der Bürgerinitiative, Herrn Dr. Peter Nießen als vereidigter Sachverständiger für elektromagnetische Umweltverträglichkeit (EMVU) und der Verwaltung wurden am 08.08.2005 Leitlinien zur Realisierung einer abgestimmten Standortplanung und Netzentwicklung erarbeitet. Damit konnten sich die Beteiligten auf eine konstruktive Zusammenarbeit verständigen.
Diese Leitlinien wurden am 30.08.2005 vom Bau- und Planungsauschuss zur Kenntnis genommen und festgeschrieben. Leitlinien der Gemeinde Lindlar Aufruf von Herrn Dr. Hermann-Josef Tebroke (Bürgermeister von Lindlar) |